BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


31. Januar 2015

K 69 - Am Hardtberg

Textfestsetzungen

A. 10. Nr. 1-4: Es ist nicht nachzuvollziehen, warum die Fläche Nr. 2 auch gemulcht werden darf, wenn alle anderen Flächen nur gemäht werden sollen, mit Verfütterung/Entsorgung des Schnittgutes. Bitte hier den Text den anderen Nummern anpassen.

A. 13. 4. Tabellenzelle: „Die restlichen Flächen sind mit Rasen einzusäen oder mit Bodendeckern zu bepflanzen.“ Ziel diese Festsetzung soll wohl sein, „Kiesgärten“ zu verhindern. Allerdings schließt diese Festsetzung andere Stauden aus. Besser wäre: „Die restlichen Flächen sind mit Rasen oder Stauden bodendeckend einzusäen oder zu bepflanzen.“

A. 14. Bäume, die nach der Königsteiner Baumschutzsatzung zu schützen wären, sollten noch in den Plan eingezeichnet werden. Außerdem sollten noch darüber hinaus besonders schützenswerte Bäume oder Baumgruppen eingezeichnet werden (z.B. Biotopbäume, Bäume mit Höhlen). Wir weisen darauf hin, dass eine komplette Biodiversitätsprüfung und Umweltverträglichkeitsprüfung unumgänglich ist.

Falls ein zum Schutz festgesetzter Baum beschädigt wird und stirbt, so reicht es nicht aus, diesen durch einen jungen Baum zu ersetzen, da dieser wird erst in 50-60 Jahren die gleiche biologische Wirkung erzielen (Luftreinigung, Wasserspeicher, etc.). Es muss Gewähr dafür übernommen werden, dass ein nachgepflanzter Baum anwächst und überlebt. Dazu sollen mindestens zwei Jahre lang zweimal pro Jahr Kontrollen durchgeführt werden. Auch sollte hier eine weiterreichende Regelung gefunden werden, die ein Beschädigen eines schützenswerten Baumes unattraktiv bzw. sehr teuer macht. Denkbar wäre es, den Stammumfang des neuen Baumes nach oben zu korrigieren. 20 cm erscheinen hier angemessener. Außerdem wäre auch der Verweis auf eine Geldstrafe, da Ordnungswidrigkeit, sinnvoll (siehe dazu § 213 Abs. 1 Nr. 3 i.V.m. § 9 Abs. 1 Nr. 25 lit. b BauGB).

B. 4.: siehe A. 14.

B. 8. Bereits vorhandene Befestigungen werden hiermit nicht erfasst. Wir schlagen vor, folgenden Passus mitaufzunehmen: „Bei Änderung der Befestigung von Wegen,… auf den bereits bebauten Grundstücken ist die Befestigung in einer Weise herzustellen… .“

Begründung, Seite 10, letzter Aufzählungspunkt: Hier wird im Osten ein gestufter Waldrand als Pufferzone zwischen Bebauung und Bannwald festgesetzt. Diese erstreckt sich jedoch laut Plan nicht über die gesamte östliche Plangrenze. Da es sich hier um eine Grenze zum Bannwald mit anschließendem FFH-Gebiet handelt, sollte diese Pufferzone die gesamte Plangrenze entlang festgesetzt werden. (Auswirkung auf die Baufenster siehe nächster Abschnitt). Wir bitten die Tatsache, dass es sich um Bannwald handelt, klarer in den Texten herauszustellen, denn er genießt höchsten Schutzstatus.

Artenschutzbeitrag: Hinsichtlich des noch ausstehenden Artenschutzbeitrags ist diese Stellungnahme als vorläufig einzustufen. Es wird gebeten, den Artenschutzbeitrag baldmöglichst nachzureichen.

Zeichnerische Festsetzungen – Bebauungsplan: Insgesamt macht der Plan einen sehr zersiedelten Eindruck. Dass der Kindergarten in die Nähe zur B8 angesiedelt wird, neben einem Bürogebäude als weiterer „Puffer“ zur Bebauung, gefällt ebenfalls nicht. Gerade unsere Kinder sollten in einer möglichst naturnahen Umgebung aufwachsen dürfen. Auch fehlt eine Wohnmöglichkeit mit Kleinstwohnungen. Entsprechend der Anzahl der vorgesehenen Baukörper wird folgender zeichnerischer Vorschlag unterbreitet (siehe Plan auf folgender Seite):

-        Das Bettenhaus der Klinik rückt nach links. Rechts daneben findet der Kindergarten seinen Platz. Möglich wird dadurch auch, den Kindergarten als „halben“ Waldkindergarten zu führen, da er sich dann direkt am Waldrand befindet.

-        Dadurch, dass der Kindergarten in den Süden des Plangebiets rückt, werden im Norden Flächen frei. Die frei werdenden Flächen werden neu geordnet. Legende:
A -  Gewerbe, B – Bettenhaus Klinik, C- Kindergarten, D – Mehrfamilienhaus mit z.B. 6 Ein- bis Zweizimmerwohnungen, 1-5 – zusätzliche Häuser, X – Entfallene Häuser

Durch die Umplanung soll erreeihct werden, dass der ganze Bereich des Villenparks nicht bebaut bzw. in seinem ökologischen Zusammenhang zerstört wird. Besser wäre es, die Häuser Nr. 2 bis 5 aus den folengen Gründen zu streichen:

Darüber hinaus vertritt der BUND die Ansicht, dass bei einem derart ökologisch wertvollen Gelände die Bebauung zu reduzieren ist. Die Bebauung führt zu einer dauerhaften Zerstörung des noch vorhandenen Naturraums innerhalb des Stadtgebietes Königsteins. Die anfallenden Kompensationsmaßnahmen sind auf dem Gelände schwer bzw. gar nicht durchführbar. Die Ökopunktregelung führt häufig zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Zudem wird die Verkehrsentwicklung durch eine derartige Intensivierung der Bebauung zu weiteren großen Belastungen der B8/Frankfurter Straße, der Königsteiner Straße nach Bad Soden und des Königsteiner Kreisels sowie der Landesstraße nach Mammolshain führen. Diese Verkehrsentwicklung würde die bisherigen Maßnahmen zur Entlastung des Königsteiner Kreisels konterkarieren. Möglichkeiten zum Schleichverkehr sind grundsätzlich auszuschließen.

Quelle: http://www.bund-koenigstein-glashuetten.de/stellungnahmen/k_69_am_hardtberg_messergelaende/