Baugebiet Silberbachtal

Am nördlichen Rand des Silberbachtals befindet sich eine Kleingartenanlage, die etwa 14 ha groß ist. Die Grundstücke gehören ca. 60 Personen. Teilweise sind hier in den letzten Jahren Wochenendhäuser bzw. Schwarzbauten entstanden.

Vor einigen Jahren hat die Hessische Landgesellschaft (HLG) einige Gartenbesitzer zur Unterzeichnung eines Vertrages bewogen, der diesen Besitzern feste Preise zusichert, falls das Gebiet Baugebiet wird.

Etwa 80% der Kleingartenbesitzer möchten nach einer aktuellen Umfrage (2014) ihr Grundstück verkaufen; das ergäbe sehr ordentliche Renditen, da Bauland wesentlich teurer als Waldland oder Kleingartenland ist.

Für Glashütten und alle seiner Ortsteile sind im Regionalflächenplan insgesamt etwa 11 ha als Bauland ausgewiesen, wobei hier die Maxime gilt, dass erst unbebaute Flächen im Inneren bebaut werden sollten, bevor neue Baugebiete ausgewiesen werden.

Die 14 ha des Silberbachtals sollen - noch gibt es keinen Bebauungsplan - mit rund 150-250 Grundstücken/Häusern bebaut werden; das ergäbe etwa 400 neue Anwohner, wodurch die Anwohnerzahl Schloßborns um ein Viertel steigen würde.

Außerdem würde dies etwa rund 100 neue Kinder bedingen, für die Kindergarten- und Schulplätze vorhanden sein müssen oder gebaut werden müssen.

Das Gelände liegt tiefer als Schloßborn und das Abwasser müsste mit einer Hebeanlage nach Schloßborn hochgepumpt werden; entsprechende Sammelbecken wären vorzusehen.

400 neue Bürger ergeben rund 1000 Autofahrten am Tag, ein Viertel neue Anwohner ergeben logischerweise auch ein Viertel mehr Autofahrten. Da die Straßen in und um Schloßborn herum bereits häufig überlastet sind, wäre hier eine Zunahme von Staus vorprogrammiert, vor allem im Berufsverkehr.

Wegen der großen Bedeutung für das Naturschutzgebiet und der nicht geklärten Auswirkungen auf die Schloßborner Infrastruktur, des nicht nachgewiesenen Bedarfs, der vorhandenen freien Bauflächen im Innenbereich von Schloßborn und der Abwasserhebeanlage rät der BUND dringend von einer Bebauung des Gebiets ab. Glashütten muss nicht an diesem sensiblen Ort wachsen. Aktuell schrumpft die Bevölkerungszahl, und Glashütten kann glücklich sein, wenn es die Bevölkerungsverluste im gleichen Jahr ausgleichen kann.

Naturschutzgebiet Silberbachtal

Das Naturschutzgebiet Silberbachtal befindet sich im Osten des Glashüttener Ortsteils Schloßborn. Es wird etwa von Nordosten nach Südwesten vom Silberbach durchflossen. 

Im Naturschutzgebiet wurde u.a. die Schlingnatter gefunden, die streng unter Naturschutz steht. Die Schlingnatter ist absolut harmlos und nicht giftig. (Sie kann mit der Kreuzotter verwechselt werden, deren Biss aber in aller Regel zu ertragen ist, manche Menschen bemerken ihn nicht einmal; Todesfälle sind außerordentlich selten.)

Das Naturschutzgebiet umfasst zwar im wesentlichen nur die Talsohle, die umliegenden Hänge aber tragen durch ihre Struktur maßgeblich zur Schutzwürdigkeit des Gebiets bei: Im Norden findet sich eine Schutt-Gerölllandschaft, die selbst auch schützenswert ist, mit nach Schloßborn anschließender Kleingartenanlage, die durch eine sehr abwechslungsreiche Struktur geprägt ist. Im Süden findet sich ein Waldhang. Insgesamt sind das hervorragende Bedingungen für die Schlingnatter und andere Amphibien.

15. September 2014 Überflüssiges Baugebiet zerstört Natur

Der BUND zeigt sich entsetzt über das geplante Bauvorhaben in Schloßborn. Dort soll die Kleingartenanlage in ein riesiges Wohngebiet mit rund 14 ha umgewandelt werden. Glashütten soll dafür angeblich 1,7 Mio. € Gewinn über die gesamte Laufzeit machen. Damit würde die Einwohnerzahl Schloßborns um etwa ein Viertel ansteigen. Doch damit nicht genug: weder Schulen, noch Kindergärten sind dafür gerüstet und darüber hinaus ist auch die weitere Infrastruktur wie die Straßen nicht dafür ausgelegt. Rund 400 neue Einwohner bedingen rund 1000 PKW-Fahrten am Tag – eine Umweltbelastung, deren Notwendigkeit überhaupt noch nicht geklärt ist. Wo ist der Bedarf dafür? Wo sollen denn die vielen neuen Mitbürger herkommen, wenn bereits heute noch viel Wohnraum leer steht und im Innenbereich noch viele Flächen sehr leicht – und wie vom Regionalverband FFM-Rhein-Main empfohlen – nachverdichtet werden könnten? Im Flächennutzungsplan, der die voraussichtliche notwendige Flächenentwicklung der Gemeinden prognostizieren soll, sind für Glashütten, Oberems und Schloßborn im Gesamten gerade mal 11 ha ausgewiesen – woher kommt diese Diskrepanz? Gerüchteweise wurde auch kolportiert, dass die Hessische Landgesellschaft schon 2007 mit Verträgen die Kleingärtenbesitzer zum Verkaufen ihrer Grundstücke überredet hat. Es ist verständlich, dass 80% der rund 60 Kleingartenbesitzer nur ein Geschäft sehen und keine Bauabsichten haben. Es ist aber nicht hinzunehmen, wenn dieses Geschäft ohne Sinn und Verstand durchgezogen wird. Mal von den menschlichen Nachteilen, wie oben beschrieben, abgesehen, liegt unterhalb des Kleingartengebiets ein Naturschutzgebiet. Dieses Naturschutzgebiet bietet gerade eben wegen der benachbarten sehr abwechslungsreichen Kleingartenstruktur so hervorragende Lebensbedingungen für seltene und bedrohte Tierarten, wie der Schlingnatter (Rote Liste) und den Schwarzstorch.

Der BUND hofft, dass die Stadtverordneten hier ein Einsehen mit der Natur haben werden und dem alten sinnvollen Grundsatz – innen vor außen – treu bleiben. Die monetären Interessen weniger Personen dürfen nicht zur Zerstörung unser aller Umwelt führen. Uns sollte unsere Umwelt mehr als die angeblichen avisierten 1,7 Mio. € (die, erst wenn das letzte Grundstück verkauft ist, wenn überhaupt, ausgeschüttet würden) wert sein.



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